Burkina Faso - Abschluss & Neustart

Erfolgreicher Abschluss des Berufsbildungsprojekts in Bobo Dioulasso/Burkina Faso und Neustart eines BMZ-geförderten Berufsbildungsprojekts in Bobo.

Erfolgreich abgeschlossen werden konnte das BMZ-geförderte gemeinnützige Berufsbildungsprojekt „Lycée Privé Technique et Industrielle de Bobo Dioulasso" in Burkina Faso, welches vom Juli 2010 bis April 2014 abgewickelt wurde. Mittlerweile wurden über 305 Jugendliche ausgebildet, die Kapazität des Zentrums liegt bei 360 Ausbildungsplätzen die nunmehr dauerhaft und nachhaltig betrieben werden können (siehe Durchführungsbericht weiter unten).
Auf Grund eines sehr großen Bedarfes vor Ort wurde zwischenzeitlich im August 2014 ein neues großes Ausbildungszentrum vom BMZ bewilligt welches den Aufbau einer weiteren Kapazität von 450 Plätzen für besonders arme Jugendliche vorsieht. Das Projekt hat bereits begonnen. Wir danken allen bisherigen Spender/innen und bitten dringend um weitere finanzielle Unterstützung.

Damit existieren in Bobo Dioulasso mit Unterstützung des Werkhof Darmstadt e.V. nunmehr folgende Berufsbildungskapazitäten:

1. CAFOT (2005-2006):

Aus- und Weiterbildung von Kfz-Mechaniker/innen und Zweiradmechaniker/innen. Das Zentrum arbeitet mittlerweile hauptsächlich im Auftrag der lokalen staatlichen Arbeitsverwaltung, sowie in Einzelfällen auf Anfrage der lokalen Betriebe. Der Bedarf ist auf Grund der starken Verkehrsentwicklung vor Ort und auf Grund mangelnder fachlicher Qualifikationen der Fachkräfte sehr groß. Einerseits erfolgte Erstausbildung von Jugendlichen (CAP-Abschluss), andererseits erstreckt sich die Weiterbildung der Fachkräfte der Kleinbetriebe nicht nur auf die fachliche Weiterbildung, sondern auch auf eine kontinuierliche Betreuung dieser Betriebe. Viele der Kleinstbetriebe (Zweiräder) zählen zum sog. "Informellen Sektor" am Straßenrand mit unregelmäßigen Einkommen. Die Kleinbetriebe im Kfz-Sektor gewähren ein geregeltes Einkommen. Alle Absolventen der Erstausbildungsgänge haben bisher Arbeit gefunden. Die Weiterbildungsteilnehmer/innen sind für die Bildungsgänge aus ihren Betrieben freigestellt. Das Zentrum berät und unterstützt auch bei Existenzgründungen. Das Zentrum kooperiert mit dem Zentrum LPTIC-B bei der Belegung von Unterrichts- und Ausbildungsräumen.

2. LPTIC-B (7/2010-4/2014):

Ausbildung von:

  • Buchführung und Verwaltung (Mädchen/Jungen)
  • Bürokommunikation und Sekretariat (v.a. für Mädchen)
  • EDV-Wartung und Instandsetzung

mit den staatlich anerkannten Abschlüssen CAP, BEP, Bac Technique. Kapazität: 360 bis 400 Plätze. Derzeit sind 305 Jugendliche in Ausbildung (1,5 Jahre nach Aufnahme des Ausbildungsbetriebes).
Für alle drei Berufsbilder gibt es einen ausgeprägten Bedarf. Die bisherigen Absolvent/innen (bisher 76) haben, soweit bekannt, alle einen Arbeitsplatz (oder Studienplatz) in einem der stark expandierenden Zentren in Burkina Faso gefunden. Allerdings liegen auf Grund der kurzen Betriebsdauer des Zentrums (seit Herbst 2012) noch keine belastbaren Erfahrungswerte vor.
Dazu kommen noch mehrtägige bis einwöchige Weiterbildungskurse in den Bereichen Verwaltung, Buchführung, PC-Kenntnisse die je nach Bedarf angeboten werden.

3. neues Berufsschulzentrum im Aufbau (7/2014-12/2017):

Es werden ausgebildet:

  • - Schneider/innen (Abschluss CQP - Certificat de Qualification Professionnelle)
  • Friseur-/Kosmetikberufe (CQP)
  • Büroberufe (CAP)
  • PC-Wartung und Elektrogeräte (CAP)
  • Kältetechnik (CAP)

Grundsätzlich werden dazu auch die weiterführenden Abschlüsse BEP (Brevet d'Etude Professionnelle) und Baccalauréat Technique angeboten.
Kapazität: 450 Plätze.
Für alle Berufe besteht ein ausgeprägter Bedarf. Auch in prekären, niedrig qualifizierten Berufen finden die Absolvent/innen mit dieser Ausbildung eher einen Arbeitsplatz als ohne Ausbildung und haben zudem auf CQP-Basis eine bessere Ausgangsbedingung für weitere Qualifizierungen und einer darauf aufbauenden beruflichen Entwicklung. Für die technischen Berufe liegt ebenfalls ein großer Bedarf vor (Grundlage für diese Annahme sind die empirischen Erfahrungswerte vor Ort). Kältetechnik ist ein Mangelberuf, die zunehmende Vielzahl von Kältegeräten (Kühlschränke/Klimaanlagen) lassen eine dynamische Entwicklung in diesem Sektor erwarten. Von der Stadtverwaltung von Bobo Dioulasso wurde für dieses neue Projekt ein großes Areal von über 5.700 m² zur Verfügung gestellt.

Zum abgeschlossenen Berufsbildungsprojekt 2010-2014 werden im Durchführungsbericht Einzelheiten wie folgt erläutert (Auszug):
Gemäß Projektplanung sollte ein Berufsbildungszentrum für technische und kaufmännische Berufe in Bobo Dioulasso/Burkina Faso für 180 weibliche und männliche Jugendliche, sowie für 855 Berufstätige aus Kleinbetrieben in der Weiterbildung, errichtet und in Betrieb genommen werden. Mit einem Aufstockungsantrag sollten zusätzlich weitere 90 Jugendliche ausgebildet werden, insgesamt also 270 mittellose Jugendliche. Im Einzelnen sollten die Gebäude bis Sommer 2011 errichtet sein und der Ausbildungsbetrieb dann ab September 2011 erfolgen. Geplant war die Ausbildung in den Ausbildungsberufen Sekretariat, Buchhaltung, EDV-Wartung. Mit dem (vom BMZ bewilligten) Aufstockungsantrag wurden auch die Räumlichkeiten noch einmal erweitert. 50% der Plätze sollten für Mädchen reserviert sein. Mindestens 76 Jugendliche absolvieren erfolgreich die Ausbildung, 90% sind in ihrem Beruf tätig, 60% können ihren eigenen Lebensunterhalt sichern. Zur Einrichtung des Zentrums sollte Equipment beschafft werden, teilweise nach Abstimmung vor Ort in Europa (2 Container). Das Berufsbildungszentrum sollte mit Projektende lebensfähig sein. Zur Projektbetreuung sollten 2 Projektreisen stattfinden.

Der Berichtszeitraum umfasst die Projektlaufzeit vom 01.07.2010 bis zum 06.04.2014.

Während des Projektverlaufs haben sich eine Reihe von Rahmenbedingungen teilweise verändert auf welche der lokale Projektpartner keine Einflussmöglichkeiten hatte. So haben in dieser Zeit sowohl im Nachbarland Côte d'Ivoire als auch in Bobo Dioulasso bewaffnete Unruhen stattgefunden, der Hafen in Abidjan war deshalb zeitweise geschlossen (der Import von z.B. Baumaterial war damit unterbrochen), und das Berufsbildungswesen hat sich in Burkina Faso in diesem Zeitraum ebenfalls dynamisch entwickelt und zur Veränderung der beruflichen Bildung geführt. Die Auswirkungen auf das Projekt und die hieraus ergriffenen Maßnahmen werden nachfolgend beschrieben.

Im Projektverlauf wurden folgende Projektziele erreicht:
Errichtung des Berufsbildungszentrums: Alle Gebäude (Unterrichtsgebäude, Werkstätten, Verwaltungsgebäude, Sanitär, Wächterhäuschen, überdachte Parkfläche, Umfassungsmauer) wurden gemäß der ursprünglichen, und mit dem Aufstockungsprojekt erweiterten, Bauplanung errichtet. Die Kosten hierfür bewegen sich im vorgesehenen Budget. Das Mobiliar wurde teilweise durch eigenes Personal zusammen mit Schüler/innen in eigenen Werkstätten produziert, sozusagen als produktionsorientiertes Praxismodul im Rahmen der Ausbildung. Als Kosten entstanden hier nur die Materialkosten. Werkzeuge und Schweißgeräte wurden aus Deutschland teilweise als Sachspende geliefert. Zwei Container konnten zum Projektort versandt werden, welche außerdem zusätzliches Equipment enthielt (wie z.B. Schultafeln der Schulen aus der Darmstädter Region, sowie geprüftes PC-Equipment des Fraunhofer-Instituts Darmstadt, Werkzeuge der Firma MERCK usw.).

Der Zeitplan konnte nicht gehalten werden da eine Reihe von nicht vom Projektpartner zu vertretenden schwer wiegenden Problemen die Bauphase um ca. 1 Jahr verzögert hat. Die Gründe hierfür waren vielfältig:

  • Unruhen an der Elfenbeinküste, welche zur Sperrung des Hafens in Abidjan führte und damit den Import von Baumaterialien (Zement, Stahl) um Monate verzögerte.
  • Errichtung eines Stadtteils in Bobo Dioulasso im Herbst/Winter 2010 anlässlich einer 50-Jahr-Feier zusammen mit anderen afrikan. Regierungsvertretern. Baumaterialien und Baufachleute wurden regierungsseitig auf diesen Baustellen absorbiert und fehlten in dem Projekt.
  • Unruhen in Bobo Dioulasso selbst, Ausgangssperre, damit Behinderung von Bauarbeiten.
  • Auffindung eines Grabes auf der Baustelle mit der Folge wochenlanger Zeremonien zur Umbettung.
  • Reform des Berufsbildungswesens in Burkina Faso mit der Neuetablierung von Berufsbildern und Curricula, Umwandlung des Projekts zum Lycée Technique

Im Projektverlauf haben zwei Projektbetreuungsreisen stattgefunden. Außerdem wurde das Projekt von einer Vertreterin des BMZ (Frau Wolff) und einer Vertreterin der Deutschen Botschaft (Frau Feuerherd) mit positivem Ergebnis im September 2012 besucht.

Erreichen der angestrebten Projektziele:

Im Projektverlauf wurden, trotz verzögertem Ausbildungsbeginn insgesamt 122 Jugendliche (davon 36 Mädchen/30%) im ersten Jahr und 183 Jugendliche (davon 70 Mädchen/38 %) im zweiten Jahr ausgebildet. Damit wurde der Planansatz – trotz der einjährigen Projektverzögerung - zahlenmäßig mit insgesamt 305 Jugendlichen deutlich überschritten (Ansatz 90 Jugendliche pro Jahr plus 90 Jugendliche Aufstockung entspr. 270 Jugendliche), die Quote der weiblichen Jugendlichen wurde nicht ganz erreicht, ein Jugendlicher mit Behinderung wird ausgebildet. Möglicherweise war die Quote der weiblichen Jugendlichen jedoch von vornherein zu optimistisch angesetzt (z.B. auch in Deutschland liegen die Zahlen des Mädchenanteils in technischen Berufen überwiegend im einstelligen Prozentbereich). Im Fach Buchhaltung sind die Ist-Zahlen des Anteils der Mädchen deutlich höher und erreichen im Schnitt die Soll-Zahlen: 46% (2012/2013), 53% (2013/2014). Für weitere Einzelheiten siehe die differenzierte Übersichtstabelle in der Anlage.

Bezüglich der Weiterbildung vom Handwerkern wurden die Soll-Zahlen nicht erreicht: Weiterbildung von 15 Elektrikern plus weitere 60 Elektriker derzeit in Weiterbildung ergibt zusammen 75 Handwerker. Die reduzierten Zahlen erklären sich einerseits aus den Bauverzögerungen, zum andern aus der schwierigen Finanzlage des Arbeitsministeriums woraus die Kurse finanziert werden. Die Beteiligung des Staates wurde im Projektverlauf verhandelt und kam erst Ende des zweiten Projektjahres zu einem tragfähigen Ergebnis.

Die Ausbildung erfolgte einerseits in den geplanten Ausbildungsberufen, andererseits wurde während der Projektlaufzeit das Berufsbildungswesen in Burkina Faso gründlich umgestaltet, so dass der lokale Partner seine Konzeption entsprechend anpassen musste; Das Berufsbildungszentrum wurde zum Lycée Technique umgestaltet mit den Abschlüssen CAP, BEP und Baccalauréat Technique (französisches Bildungssystem). Diese Neustrukturierung des Bildungszentrums wurde zwischenzeitlich (2012) vom Erziehungsministerium anerkannt und darauf aufbauend, eine Betriebserlaubnis erteilt. Diese Betriebserlaubnis wird nach 3 Jahren überprüft und, darauf aufbauend, eine staatliche finanzielle Beteiligung für den Weiterbetrieb entschieden. Alle Berufsbildungsgänge beinhalten starke praxisorientierte Anteile, sowohl in den eigenen Werkstätten als auch im Rahmen von betrieblichen Praktika in der lokalen Wirtschaft. Oft sind letztere dann auch die zukünftigen Arbeitgeber.

Verbleib der Jugendlichen nach der Ausbildung: Hier liegen nur Ergebnisse aus dem ersten Betriebsjahr vor. Die antragsgemäßen Zielsetzungen sind aus Gründen der zeitlichen Projektverschiebung nicht adäquat darstellbar. Ein Ziel benennt außerdem ein erst nach 2 Jahren nach Projektabschluss erreichbares Ergebnis. Zum derzeitigen Zeitpunkt kann jedoch perspektivisch abgeschätzt werden dass die angesetzten Ziele unter Berücksichtigung der Verzögerungen auch tatsächlich erreicht werden und sehr wahrscheinlich übertroffen werden.

Mit Ende des letzten Schuljahres haben sich die meisten Jugendlichen für eine Weiterbildung (am Zentrum) entschieden (was durch die Mehrjährigkeit der Ausbildungsgänge als nicht außergewöhnlich angesehen werden kann). Insgesamt sind 58 Jugendliche von dem Berufsbildungszentrum Ende des letzten Schuljahres abgegangen. Bei 28 Jugendlichen ist der Verbleib wie folgt bekannt:

  • 14 haben einen Arbeitsplatz gefunden (Elektroniker/Elektrikerberufe).
  • 2 haben sich selbständig gemacht
  • 12 haben das Abitur bestanden (5 Mädchen, 7 Jungen) und sind an die Uni gegangen (9 in Koudougou und 3 in Bobo).
  • Von den anderen Jugendlichen gibt es keine Rückmeldung nach Abgang von dem Zentrum. Bei Abgang haben die Jugendlichen i.d.R. ein Zeugnis erhalten.

Lebensfähigkeit des Projektes:

  • Schulgebühren: Die wichtigste Einnahmequelle für das Projekt stellen die Schulgebühren dar. Mit der Zunahme der Schülerzahlen steigen auch diese Einnahmen, so dass zum derzeitigen Zeitpunkt gemäß Angaben des lokalen Projektpartners ca. 80% der Kosten hieraus abgedeckt werden können.
  • Fortbildungen und Ausbildungen „à la carte": Sie sind in Zusammenarbeit mit Berufsverbänden der Handwerker mit der finanziellen Unterstützung wie z.B. dem Fonds d'Appui à la Formation Professionnelle et à l'Apprentissage (FAFPA) – entsprechend in etwa der Arbeitsagentur in Deutschland - organisiert. CAFOT und LPTIC-B haben gute Beziehungen zu dem FAFPA, weil die Aktivitäten erfolgreich und zufriedenstellend ausgeführt wurden.
    Folgenden Aktivitäten sind derzeit im Gange durch die FAFPA:
    - Schulungen für das erste Jahr von 20 Lehrlingen in Zweiradmechanik. CAFOT
    - Ausbildung von 30 Maurern im Lesen und Anwenden von Bauplänen, sowie in der Umsetzung auf der Baustelle bei der Errichtung von Gebäuden.
    - Ausbildung von 30 Elektrikern in conception d'une installation solaire domestique (Planung von Hausinstallationen von Solaranlagen).
    Vier weitere Weiterbildungskurse sind für 120 Handwerker geplant.
    Am Ende des Jahres und nach der Ausführung werden insgesamt 200 Handwerker von CAFOT und LPTIC-B ausgebildet sein für ein Budget von 4.500.000 FCFA (6.860,21€).
    Die Fortbildungen und Ausbildungen à la carte entsprechen ca. 20 % der Kosten.
  • Auftragsarbeiten: Diese produktiven Arbeiten am Ausbildungszentrum (in der Regel kleinere Reparaturarbeiten, Wartung oder Miete für Werkzeuge) betreffen Auftragsarbeiten für externe Kunden und ergeben Einnahmen welche ca. 10% der lfd. Kosten des Zentrums abdecken.
  • Die zum Projektende hin degressiven Projektkosten konnten bereits durch lokale Einnahmen finanziert werden. Auch darüber hinaus wurden Personalkosten und laufende Sachkosten überdurchschnittlich selbst getragen (z.B. die Honorarkosten der Lehrkräfte). Ab Juli 2013 wurden alle lokalen Personalkosten des fest angestellten Personals durch lokale Erträge finanziert.
  • Insgesamt kann die Nachhaltigkeit des Projektes als gesichert betrachtet werden da zum derzeitigen Zeitpunkt 110% erreicht werden und damit auch unvorhergesehene Ausfälle und Risiken aufgefangen werden können, bzw. auch einmal ein Jugendlicher ausgebildet werden kann der seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen kann.
  • Außerdem befindet sich das Zentrum noch am Anfang seiner Entwicklungsmöglichkeiten und kann nach Ende der 3-jährigen Probelaufzeit mit einer staatlichen Unterstützung rechnen. Das Zentrum verfügt über eine vorläufige Betriebserlaubnis durch das Erziehungsministerium, welche üblicherweise auf 3 Jahre ausgestellt wird und danach in eine dauerhafte Betriebserlaubnis umgewandelt wird.
  • Die institutionelle Lebensfähigkeit ist durch den lokalen Träger gewährleitet, welcher im Projektverlauf Kompetenzen und Erfahrungen zugewonnen hat und mittlerweile über ein erfahrenes Stammpersonal verfügt. Für die Zielgruppe sind die Projektergebnisse, bzw. die Ausbildungsergebnisse, von hoher Akzeptanz und Bedeutung hinsichtlich ihres beruflichen Lebensweges und dem damit verbundenen Weg aus prekären wirtschaftlichen und persönlichen Verhältnissen.

Gesamtbewertung des Projektes:

Das Projekt füllt eindeutige eine große Lücke im Berufsbildungswesen in Burkina Faso und trägt damit zur beruflichen und wirtschaftlichen Entwicklung der Jugendlichen und letztlich des Landes bei. Deshalb weist das Projekt in jeder Hinsicht eine hohe entwicklungspolitische Relevanz auf, nicht zuletzt auch genderbezogen hinsichtlich einer Geschlechtergerechtigkeit sowie allgemein im Kampf gegen Armut. Durch die starke Praxisorientierung, auch in enger Kooperation mit den lokal ansässigen Betrieben, wird die Chance auf eine erfolgreiche berufliche Integration der Jugendlichen nach Absolvieren der Ausbildung besonders günstig beeinflusst.

Der Projektträger vor Ort hat gezeigt, dass er die Sache der beruflichen Bildung in besonderer Weise kompetent und erfahren voranbringt. Er steht in ständigem Fachdialog sowohl mit den Institutionen der Arbeitsverwaltung, des Erziehungsministeriums und der Betriebe vor Ort als auch mit dem Berufsbildungsträger Werkhof Darmstadt e.V..

Die Lebensfähigkeit des Projektes kann dabei, wie dargelegt, als gesichert betrachtet werden, insbesondere wenn nach 3-jähriger Betriebsdauer die staatliche Kofinanzierung für die Erstausbildungsgänge greifen wird. Allerdings kann dieser Punkt auf Grund der bisher kurzen Laufzeit noch nicht abschließend bewertet werden. Eine Kofinanzierung (FAFPA) der Arbeitsverwaltung für Weiterbildungskurse erfolgt jetzt schon.

Angesichts des immensen Berufsbildungsbedarfs vor Ort kann das Projekt jedoch nur einen vergleichsweise kleinen Beitrag zur Lösung des Problems der Jugendarbeitslosigkeit beitragen. Deshalb wurde ein weiteres Berufsbildungsprojekt, teilweise mit neuen Zielgruppen und Berufsbildern, konzipiert, dem BMZ vorgelegt und zwischenzeitlich bewilligt.

Ein weiterer Aspekt konnte mit dem Projektpartner bisher noch nicht ausreichend vertieft werden. Das betrifft den Themenbereich der Umwelttechnologien. Der Projektpartner ist hierfür sensibilisiert. Einzelne Aspekte, wie z.B. Weiterbildung „Solartechnik", werden bereits aufgegriffen. Der Umweltaspekt befindet sich in weiterer Entwicklung und im Dialog mit dem privaten Träger in Darmstadt.

Wolfgang Jakob, August 2014