Berufliche Bildung in Bobo Dioulasso geht weiter

Der politische Umsturz in Burkina Faso im Herbst 2014 (der Präsident Blaise Compaoré wurde mit seiner Klientel abgesetzt) hatte mit seinen Auswirkungen auch unser Berufsschulprojekt nicht verschont. Das Rathaus in Bobo Dioulasso wurde samt unseren Baugenehmigungsunterlagen niedergebrannt. Der Bürgermeister von Bobo sitzt seither wegen Korruptionsvorwürfen im Gefängnis. Im Februar 2016 sollen Bürgermeister-Neuwahlen in Bobo, stattfinden. Bis dahin geht nichts – so der letzte Informationsstand von unserem Projektpartner vor Ort.

 Einweihung des neuen „Oberzentrums“ CAFOT zur Ausbildung von Handwerkern

Doch zwischenzeitlich war unser Projektpartner – der Verein ATSD (Association Tuma pour la Solidarité et le Développement) - nicht untätig. Die kurz vor dem Umsturz für das neue Schulzentrum beschafften Baumaterialien wurden dafür eingesetzt, ein dringend benötigtes neues Werkstattgebäude im Rahmen der in den vergangenen Jahren bereits etablierten Ausbildungszentren für Kfz-Mechaniker, Elektroniker/innen, PC-Instandsetzung, Buchhaltung und Administration, zu errichten. Mit diesem Werkstattgebäude kann der Ausbildungsbetrieb optimiert werden um den großen Andrang von Jugendlichen zu bewältigen. Die Einweihung im Beisein eines hochrangigen Besuches bei unserem Partner fand Ende Mai 2015 statt: Der zuständige Minister der Interimsregierung war persönlich da. Dazu der Gouverneur de la Région des Hauts-Bassins, der Directeur de Cabinet du Minstère du Commerce, de l'Industrie et de l'Artisanat (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer), die Directrice de l'Artisanat, die Directrice de la Chambre de Commerce de Bobo, der Président de la Chambre des Métiers et de l'Artisanat du Burkina, die Directrice de la Chambre des Métiers et de l'Artisanat du Burkina, der Représentant résident de l'Union Economique et Monétaire Ouest Africaine, und zu guter Letzt im Nachgang am 13.06. auch zwei Vertreter der deutschen Botschaft zusammen mit einem Vertreter der giz (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, Bonn).

 Zur Fortführung des Projekts sind wir dringend auf Spenden angewiesen!

Bei der Gelegenheit des Ministerbesuches wurde zusätzlich  ein Kfz-Diagnose-Gerät, eine elektrische Hebebühne und Werkzeuge für den Projektbereich CAFOT (Ausbildungswerkstatt für Kfz-Mechaniker) übergeben. CAFOT ist damit  handwerkliches Referenzzentrum für die Region geworden. Das heißt, CAFOT hat nunmehr die Aufgabe die Automechaniker/innen und die Zweiradmechaniker/innen der Region Hauts-Bassins aus- und fortzubilden. Die Aufträge werden hierbei von der Handwerkskammer (Chambre des Métiers et de l'Artisanat) kommen.

Für das neue, laufende Projekt bedeutet dies, dass einerseits die offizielle Grundstücks- und Baugenehmigungsdokumentation noch warten muss und andererseits  geht das  für die Großstadt Bobo Dioulasso so wichtige Projekt der beruflichen Ausbildung von Jugendlichen  weiter, obwohl noch viele Problemlösungen angegangen werden müssen wenn der neue Bürgermeister im nächsten Jahr da sein wird. 

Das errichtete neue Werkstattgebäude

Ausbildung 2015 im laufenden Projekt LPTIC

Beim Berufsschulzentrum LPTIC (Lycée Privé Technique et Comerciale de Bobo Dioulasso) sind Anfang Dezember 109 Schüler*innen (davon 27 Mädchen) in den Berufsbildungssparten Buchhaltung, Elektro, Elektronik eingeschrieben gewesen. Auch hier geht die Ausbildung weiter. Durch die Unruhen und durch die fehlende Arbeitsfähigkeit der Institutionen des Erziehungsministeriums während des vergangenen Jahres mit Interimsregierung sind die Zahlen etwas reduziert. Das wird sich im kommenden Schuljahr wieder verbessern. Auch spielt eine Rolle, dass viele Eltern das staatlich reglementierte Schulgeld nicht zahlen können.

Ein Projektbesuch einer kleinen Delegation des Werkhofs ist für Ende Januar/Anfang Februar 2016 geplant um das weitere Vorgehen abzustimmen. 

Jeder Spenden-Euro kann durch Finanzmittel der Bundesregierung verneunfacht werden. Bitte Spenden Sie für die berufliche Bildung von Jugendlichen in Burkina Faso. Nicht zuletzt ist das ein Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen.