Kolumbien - ASPROME - Biofrüchte verhelfen Kleinbauern in Kolumbien zur Selbstständigkeit

Projektlaufzeit: -

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Neuangelegte Ananaspflanzung

Die Region Cauca im Südosten des Landes ist von der kolumbianischen Regierung lange vernachlässigt worden. Ihre Bevölkerung zählt zu den ärmsten des Landes. Es fehlt an Schulen und Ausbildungsplätzen. Legale Einkommens- und Arbeitsmöglichkeiten sind kaum vorhanden. Trotz fruchtbarer Böden und günstiger Klimabedingungen arbeiten die landwirtschaftlichen Kleinbetriebe unrentabel. Ihre Produkte sind nicht konkurrenzfähig mit denen des liberalisierten Weltmarktes. Außerdem fehlt es an Möglichkeiten zur Weiterverarbeitung und Vermarktung der landwirtschaftlichen Produkte bei ständiger Veränderung der Grundbesitzverhältnisse zuungunsten der kleinen Produzenten. Die Folgen sind fortschreitende Unterentwicklung und Landflucht der Bevölkerung in die Slumgürtel der Großstädte.

Ökologische Früchte als Alternative zum Drogenanbau

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Bio Ananas

Der Anbau von Drogenkulturen stellt für die verarmte Landbevölkerung oft die einzige ökonomische Alternative dar. So konnte sich der Anbau von Drogen wie Coca und Mohn mit einer geschätzten Anbaufläche von über 4.000 ha zu einem bedeutenden Faktor in der Region entwickeln. Um ihre Lebens- und Einkommenssituation zu verbessern und dem Anbau von Drogenkulturen entgegenzuwirken, haben sich die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern der Region Cauca zu einer ProduzentInnenorganisation (ASPROME) zusammengeschlossen. Mit dem Anbau, der Verarbeitung und Vermarktung von organisch-biologischen Früchten nehmen sie ihr Schicksal in die eigenen Hände. Derzeit bewirtschaften sie eine Anbaufläche von 500 Hektar.

Wer ist ASPROME?

ASPROME wurde ursprünglich mit der Zielsetzung gegründet, Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für die einheimische Bevölkerung, insbesondere für Frauen und Jugendliche zu organisieren. Um der Landbevölkerung Beschäftigungsalternativen anbieten zu können, entwickelte sich ASPROME zu einer Produktions- und Vermarktungsgesellschaft für ökologische Produkte, die zwei kleine Verarbeitungsanlagen betreibt. Heute ist ASPROME ein Zusammenschluss von elf Mitgliedsorganisationen (darunter auch zwei Frauenorganisationen) mit Sitz in Cali. Gegenwärtig gehören der Organisation ca. 450 Kleinbauernfamilien indianischen und afrikanischen Ursprungs an. In den nächsten Jahren sollen mindestens 1.200 Bauernfamilien in das Projekt integriert werden und die Anbaufläche auf ca. 2.000 ha ausgedehnt werden. Als Dachverband übernimmt ASPROME den Ankauf, die Verarbeitung und Vermarktung der Produkte seiner Mitglieder.

Welche Rolle spielt der Werkhof e.V.?

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Abfüllen von Fruchtaufstrichen

Mit den von der Europäischen Union zur Verfügung gestellten Geldern sowie mit Spendenmitteln fördert der Werkhof e. V. die Ausweitung und Verbesserung der Organisationsstruktur von ASPROME. Außerdem unterstützen wir die Kleinbauernorganisation beim Aufbau einer zentralen Verarbeitungsanlage für Biofrüchte. Zu diesem Zweck wurden Teile für die Verarbeitungsanlage in südhessischen Industriebetrieben abgebaut, in mehreren Containern nach Kolumbien versandt und dort aufgebaut. In der Anlage werden nun Biofrüchte zu Fruchtaufstrichen, -konserven, -pülpen und –pürees sowie zu Trockenfrüchten verarbeitet. Mit einer überbauten Fläche von mehr als 1000 m² und einer Verarbeitungs-kapazität von 26.000 kg/Tag ist die mittlerweile fertiggestellte Fabrik in Palmira äußerst leistungsfähig.

Ohne - Ausbildung und technische Beratung - geht es nicht

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Verarbeitung von Mangos

Der Werkhof e.V. stellt die Mittel für die Aus- und Weiterbildung der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zur Verfügung und sorgt für eine wissenschaftliche Beratung und Begleitung im Bereich des Bio-Anbaus. Ein Schwerpunkt der Ausbildung im ökologischen Anbau ist die Erhaltung der natürlichen Ressourcen. Zur Beratung in technischen Fragen sowie zu Verarbeitung und Vermarktung steht den Bäuerinnen und Bauern ein interdisziplinäres Team zur Verfügung. So entstehen hochwertige Produkte, die auch auf dem internationalen Markt gefragt sind. Damit erhöhen sich die Absatzchancen und die einheimische Bevölkerung verbessert langfristig ihre Lebenssituation.

Keine Nachhaltigkeit ohne Ökonomie

Früher waren die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern gezwungen, ihre Produkte an Zwischenhändler zu verkaufen. Diese zahlten nur einen geringen Preis und nahmen oftmals nur einen Teil der Ernte ab. ASPROME dagegen kauft ihre gesamte Ernte auf und dies zu einem deutlich höheren Preis als die Händler. Mit der Inbetriebnahme der Verarbeitungsanlage und der eigenständigen Vermarktung der zertifizierten Bio-Produkte hat sich die Einkommenssituation der Bauern weiter verbessert, da höhere Preise erzielt werden können. Die Konkurrenzfähigkeit der Produkte auf dem liberalisierten Weltmarkt ist eine wesentliche Voraussetzung für die Nachhaltigkeit des Projektes.

Vermarktung der Produkte durch fairen Handel

Die Endprodukte z.B. Fruchtmark und Trockenfrüchte werden sowohl in Kolumbien als auch auf dem internationalen Markt über "fairen Handel" vermarktet. Auf dem heimischen Markt in Kolumbien soll der Verkauf ausgeweitet und die Angebotspalette um zusätzliche Bio-Produkte erweitert werden. Ein Verkaufsbüro für die Vermarktung wurde bereits aufgebaut. Darüber hinaus sollen die schon bestehenden Handelsbeziehungen zu den USA und mit Europa intensiviert werden.

Natur pur

ASPROME ist Mitglied bei Naturland und wird von BCS-Ökogarantie, einer unabhängigen Kontrollstelle überprüft. Die Produkte sind von Naturland zertifiziert und auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig. Auf diese Weise wird der Globalisierung der Weltwirtschaft (ISO-Norm) Rechnung getragen, ohne jedoch die Entwicklungsprozesse der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern auf lokaler Ebene aus den Augen zu verlieren. Durch den umweltschonenden ökologischen Anbau leisten sie einen Beitrag zum Schutz der Natur und zur Erhaltung der Artenvielfalt (Flora und Fauna). Durch Ihre Nachfrage und den Konsum von Biofrüchten aus Kolumbien können Sie zum Erfolg und zur Nachhaltigkeit des Projektes beitragen.

Wer sind die Projektpartner des Werkhof e.V.

Lokaler Partner des Werkhof in Kolumbien ist ASPROME. In Deutschland wird das Projekt gemeinsam mit dem Dritte-Welt-Haus Bielefeld durchgeführt. Die Stelle des externen Beraters wird bis zum Februar 2003 durch die CIM gefördert. Vermarktet werden die Produkte in Europa durch verschiedene Handelsorganisation u.a. El Puente e.V., Gepa GmbH und Claro /Schweiz.

Spenden für das Projekt

Auf unsere Spendenseite finden sie unsere Kontonummern und ein Spendenformular.
Für Spenden an dieses Projekt verwenden sie als Verwendungszweck das Stichwort: "ASPROME"