Verbesserung der Lebensbedingungen von Frauen und Jugendlichen in Derb Ghalef, Casablanca, Marokko

Neues Projekt in Marokko, bewilligt vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), mit Projektbeginn zum 01.01.2016:

Verbesserung der Lebensbedingungen und Erhöhung der gesellschaftlichen Teilhabe von Frauen und Jugendlichen in einem sozialen Brennpunkt in Casablanca/Marokko

Das Projekt hat eine Laufzeit von 4 Jahren und wird aus der „Sonderinitiative Nordafrika und Naher Osten“ der Bundesregierung mit Schwerpunkt Demokratieentwicklung gefördert. Das Projektvolumen beträgt 518.823 €, wovon der Werkhof 10% beitragen muss.

Frauen in Marokko kämpfen für ihre Rechte

Frauen in Marokko kämpfen für ihre Rechte

Zum Projektpartner vor Ort bestehen langjährige Beziehungen, vor allem durch eine ehemalige Kollegin des Werkhofs. Zum Projekt in Casablanca wird in der Projektbeschreibung ausgeführt:

„Der Stadtteilverein Tahadi in dem benachteiligten Brennpunkt-Stadtteil Derb Ghalef wird dabei unterstützt ein Bürgerzentrum zu errichten, das Centre de la Citoyenneté. Hier entsteht eine Beratungsstelle für von Gewalt betroffene Frauen, für Paare und für Schüler/innen. Es wird auch aufsuchende Arbeit in 5 Schulen durchgeführt. Der zweite Schwerpunkt ist berufliche Integration von Frauen und Jugendlichen beiderlei Geschlechts. Darüber hinaus finden diverse Aktivitäten zur Verbreitung der Ideen der Gleichberechtigung der Geschlechter, der Toleranz, und der demokratischen Teilhabe mit der breiteren Bevölkerung statt. Die haupt- und ehrenamtlich Engagierten des Vereins erhalten die nötigen Fortbildungen, um ihre Arbeit professionell und nachhaltig durchführen zu können.

Direkt an Projektaktivitäten beteiligt oder von ihnen berührt sind ca. 6.000 Mädchen und Jungen, Frauen und Männer und Paare des benachteiligten Casablancaer Stadtteils Derb Ghalef. Es handelt sich überwiegend um weibliche Zielgruppen aus fast ausschließlich benachteiligten Bevölkerungsschichten. Dazu gehören: Schwache Schüler/innen; Jungen und Mädchen in Problemlagen; Frauen in Not, Dienstmädchen (minderjährig/ehemals minderjährig), Teilnehmerinnen aus Alphabetisierungskursen, arbeitslose Frauen (oft alleinige Haushaltsvorstände); Paare in Konfliktsituationen; Mitglieder und Führungspersonal von anderen Vereinen im Stadtteil. Weitere ca. 3000 Personen aus der Bevölkerung des Stadtteils sind indirekte Zielgruppe. Dazu gehören alle Teilnehmerinnen der Alphabetisierungskurse, aber auch Kinder und Familien der beratenen Frauen und Paare der Zielgruppe, die durch die Maßnahmen in gewaltfreier Atmosphäre aufwachsen können. Alles zusammen werden ca. 9.000 Personen erreicht. Der ganze Stadtteil kann langfristig von der Existenz des Bürgerzentrums profitieren. Mitglieder und Sympathisant/innen des Vereins Tahadi sowie die Mitarbeiterinnen des Projekts sind die Mittler und Zielgruppe zugleich.

Niedriges Bildungsniveau in dem sehr dicht bevölkerten Stadtteil Derb Ghalef führt zu hoher Arbeitslosigkeit oder prekärer Beschäftigung, was wiederum zu Drogenkonsum, Kriminalität und Gewalt führt. Davon sind als Opfer besonders Frauen und Mädchen betroffen, Männer und Jungen sind sowohl Opfer als auch Täter. An den öffentlichen Schulen herrscht abgesehen von großen Klassen und der Abwesenheit von Erziehung zu kritischem Denken, Gewalt zwischen allen dort anwesenden Gruppen. Die Situation der Frauen ist gekennzeichnet von Armut, genderbasierter Gewalt, sexueller Belästigung und Ausbeutung. Viele Frauen sind alleine für ihre Familie verantwortlich. Es gibt für sie keine Anlaufstelle. In diesem Stadtteil existiert bisher keine politisch aktive Zivilgesellschaft außer-halb des Vereins Tahadi, andere Vereine führen zumeist nur Wohltätigkeit, Sport oder religiöse Aktivitäten durch. Tahadi ist zwar politisch aktiv und führt Projekte mit Frauen und Jugend-lichen durch, mangels finanzieller und personeller Ressourcen  reichen diese aber nicht aus, um weitere Kreise der Bevölkerung des Stadtteils zu einem moderneren demokratischeren Zusammenleben hinzuführen. Es existiert kein Bürgerzentrum, das Hilfe zur Selbsthilfe und die Verselbständigung der Betroffenen durch Bildung und Unterstützung anbietet.“

Das Projekt wird im Werkhof unter anderem auch den aktuellen Themenkomplex der „Bekämpfung von Fluchtursachen“ beleben.

Spenden für das Projekt werden dringend benötigt. Stichwort „Casablanca“. Jeder Spenden-€ wird durch Bundesmittel verneunfacht! Für Spenden kann eine steuerwirksame Spendenbescheinigung ausgestellt werden.