ALTERNATIVA - Unterstützung für kleine familiäre Subsistenzbetriebe

Neuer Projektantrag ans BMZ ab 2015

Obwohl es in Nicaragua in den letzten Jahren besonders für die Bedürftigsten des Landes Verbesserung in der Bildung, Gesundheitsversorgung und Schaffung von Arbeitsplätzen gab, leben immer noch 51 % der Gesamtbevölkerung in Armut, vor allem Menschen, die keine existenzsichernde Arbeit finden können. Vor allem betroffen sind Menschen, die im ländlichen Bereich leben, alleinerziehende Mütter und Menschen mit Behinderungen. So sind immer noch 22 % der Kinder unterernährt. Zwar verbessert sich allmählich die Situation der Frauen, trotzdem sind immer noch sie vor allem von marginalen Tätigkeiten im informellen Sektor abhängig, das betrifft besonders die 30 % der alleinerziehenden Mütter, die weniger flexibel sind und oftmals keine Unterbringung für ihre Kinder finden.

Auch für die 10 % der Bevölkerung mit Behinderungen, die wegen fehlender staatlicher Unterstützung auf materielle Hilfe ihrer Familien angewiesen sind, besteht kaum eine Chance auf einen Arbeitsplatz.

Häufig versuchen diese Menschen, sich eine Existenz im Handel oder Kleinhandwerk aufzubauen, was wegen fehlender Ressourcen und Kenntnisse meist nicht aus der Armut führt. Von insgesamt im Land existierenden 150.000 Klein- und Mittelbetrieben gehören 117.000 zu den Kleinstbetrieben, die der Familie das Überleben nur notdürftig sichern. Das Bildungsniveau ist niedrig, es fehlen Finanzierungsquellen oder anderweitige Unterstützung. Um diesem Mangel zu begegnen, gründete sich 2001 in Masaya der Verein ALTERNATIVA mit dem Ziel, eine gerechte wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis unter Beteiligung der betroffenen Bevölkerung zu fördern. Zunächst werden vor allem Ausbildung in Form psycho-sozialer Seminare zur Persönlichkeitsbildung, Fortbildung im beruflichen Bereich und Schulungen zum erfolgreichen Führen eines Kleinstunternehmens angeboten. Erfolgreiche Absolvent_innen können anschließend eine finanzielle Unterstützung in Form von Mikrokrediten erhalten. Das zurückgezahlte Geld fließt in einen Kreditfonds, aus dem immer wieder neue Kredite vergeben werden. Mit dieser Arbeit ist ALTERNATIVA seit Jahren erfolgreich, die Abschlüsse werden staatlich anerkannt. Gleichzeitig wurden Vernetzungsstrukturen zwischen Handwerk – besonders auch Kunsthandwerk, Handel und staatlichen Institutionen aufgebaut. Mit Nutzung dieser Strukturen und Ausbau des Familienbetriebs mit Hilfe des Mikrokredits erreichen die Betriebe eine Stabilität, die der Familie auf Dauer bessere Lebensbedingungen bietet.

Um den mit zusätzlichen Schwierigkeiten kämpfenden alleinerziehenden Müttern und Menschen mit Behinderung oder deren pflegenden Angehörigen ebenfalls eine Möglichkeit zu eröffnen, ihre Lebensbedingungen zu verbessern, richtet sich das gerade entstehende Projekt speziell an diese beiden Gruppen. Während der nächsten 3 Jahre sollen 500 betroffene Familien unter Berücksichtigung ihrer speziellen Bedürfnisse Schulungen durchlaufen und anschließend mit einem Kleinkredit ihr bisher nicht existenzsicherndes Kleinstunternehmen so ausbauen können, dass sie erfolgreich am Markt teilnehmen können. Dazu sollen die bereits existierenden Vernetzungsstrukturen auf Organisationen und (auch staatliche) Einrichtungen ausgedehnt werden, die für diese beiden sozialen Gruppen von Bedeutung sind.