CECIM: Erste Erfolge für ausgebildete Frauen

BMZ-Projekt seit Nov. 2013 für Frauen, die von familiärer Gewalt betroffen sind

Die knapp 90 Frauen, die im Dezember 2013 erfolgreich an den psycho-sozialen Kursen teilgenommen hatten, haben im Laufe des Jahres 2014 eine berufliche Ausbildung absolviert. Die meisten nutzten eines der neuen Berufsangebote und lernten Korbflechten, Modeschmuck herzustellen oder Hängematten zu knüpfen.

Jairo Quintanilla und Astrid Hernandez vermitteln die Techniken des Körbe Flechtens. Sie sind im Verein „Maricela Toledo“ organisiert, der blinden Menschen berufliche Perspektiven anbietet. Um die Qualität der Körbe besser beurteilen zu können, haben sie gleich zu Beginn der Ausbildung Wert darauf gelegt, eine Teilnehmerin zu finden, die sie unterstützen möchte. Das hat Maria J. gern aufgegriffen. Maria ist 45 Jahre, lebt mit ihrem Mann und 5 Kindern im eigenen bescheidenen Haus. Die 3 Söhne sind bereits erwachsen und tragen zum Familienunterhalt bei. Inzwischen sind auch noch 2 Enkel zu versorgen. Maria J. ist 8 Jahre zur Schule gegangen. Jetzt, 30 Jahre später hatte sie Lust, eine Ausbildung zu absolvieren und im Kurs für Kleinstgewerbetreibende Kalkulieren, Buchhaltung und das Nötigste zu lernen, um sich selbständig machen zu können. Beim Korbflechten entwickelte sie schnell eine Kreativität, die jetzt auch den Teilnehmerinnen des diesjährigen Kurses zu Gute kommt. Neben den Körben, die sie zu Hause flicht und in einem kleinen Laden verkauft, erwirbt sie weitere Kompetenzen bei der Betreuung der Frauen des diesjährigen Kurses. Zum ersten Mal in ihrem Leben erhält sie Anerkennung vor allem vom Ausbildungsteam, aber auch von ihrem Mann, der als Lastenträger auf dem informellen Markt Oriental in Managua arbeitet. Bisher verdient Maria J. ca. 75 € im Monat mit ihrer Arbeit, davon konnte sie den ersten Mikrokredit über 150 € zurückzahlen und einen weiteren von 180 € aufnehmen, um ihr Angebot im Laden entsprechend der Nachfrage ihrer Kundinnen zu erweitern. Da ist viel Selbstbewusstsein entstanden, das wesentlich dazu beiträgt, ihre Rolle in der Familie neu zu definieren. Von den erlernten deeskalierenden Techniken kann sie erfolgreich Gebrauch machen in einem Haushalt, in dem so viele Menschen auf engem Raum zusammenleben.

Drei Kreditnehmerinnen haben sich zusammengeschlossen und gemeinsam einen Raum gemietet, um Hängematten herzustellen. Für diese Arbeit brauchen die Frauen Platz, um die über 3 m langen Holzgerüste aufstellen zu können, in die die Baumwollfäden für die Matten eingespannt werden.