Armutsreduzierung durch soziale und wirtschaftliche Stärkung von Kleinstunternehmen in Masaya und Umgebung

BMZ-Projekt von 2016 bis 2018

Förderung von Menschen mit Beeinträchtigungen über den gemeinnützigen Verein La Luz

Mittlerweile haben die 100 Familien, die mit Angehörigen mit Beeinträchtigungen leben, einen Kleinkredit erhalten einschließlich der dazu entwickelten Schulungen. Einige haben den ersten Kredit bereits zurückgezahlt und sind dabei, mit einem zweiten ihren Betrieb zu erweitern. Während des diesjährigen Projektbesuchs konnten 14 Familien besucht werden. Meist arbeiten 4 bis 5 engere Verwandte zusammen, um den Kleinbetrieb rentabel bewirtschaften zu können. Die meisten Betriebe bestehen bereits seit Generationen und stellen hochwertige Produkte für die lokalen Märkte her. Das Angebot reicht von Kunsthandwerk über beliebte Spezialitäten bis zur Herstellung von Taschen, Gürteln und Schuhen aus Leder. Trotzdem reicht oft der Verdienst nicht aus, Angehörige mit zusätzlichem Bedarf, seien es Pflegeaufwand oder der Kauf von Medikamenten angemessen zu unterstützen. Einige der Betroffenen haben Einschränkungen, die es erlauben, sie in den Produktionsprozess einzubinden, andere können das nicht leisten. Bei allen Besuchen war viel Wertschätzung zwischen den Verwandten zu spüren und eine Selbstverständlichkeit, mit der trotz oft widriger Umstände für die benachteiligten Angehörigen gesorgt wird. Mit staatlicher Unterstützung kann rechnen, wer eine Standardoperation benötigt oder eine Spezialschule besuchen muss. Javiera Guzmán z. B. hat als Taubstumme in einer staatlichen Schule ihr Abitur gemacht, ein Studium oder eine anderweitige externe Ausbildung wurde allerdings nicht ermöglicht. Angehörige können kostenlos die Zeichensprache erlernen, sodass die Kommunikation in der Familie möglich ist. Die intelligente junge Frau hat sich gemeinsam mit ihrem Mann einen kleinen Handel mit Modeschmuck aufgebaut. Eine andere produziert gemeinsam mit ihrer Mutter Teigtaschen und geröstete Bananenstreifen, die der Bruder in einer Fahrradrikscha verstaut und auf den Straßen Nindiris und Masayas verkauft.