Ökologische Landwirtschaft etabliert sich

EIN BMZ- PROJEKT VON 2017 – 2020

FÖRDERUNG DER LANDWIRTSCHAFTLICHEN GENOSSENSCHAFT EL EDÉN ZUR NACHHALTIGEN VERBESSERUNG DER PRODUKTIONSBEDINGUNGEN IHRER MITGLIEDER

Auf der Insel Ometepe im Nicaraguasee haben die 60 Bauernfamilien der Genossenschaft El Edén zunächst nicht viel von den Unruhen gespürt, die monatelang den Alltag der Menschen in Nicaragua geprägt haben. Sie konnten ihre Kredite erfolgreich einsetzen und freuen sich jetzt über eine ungewöhnlich gute Ernte, die glücklicherweise nicht von den Oktoberunwettern beeinträchtigt wurde. Um bessere Preise erzielen zu können, haben sie sich für die Vermarktung mit einer weiteren Genossenschaft auf der Insel zusammengetan, die sich ebenfalls in der Umstellung zum Ökolandbau befindet. Und tatsächlich konnten sie gemeinsam bessere Preise erzielen als in den vorangegangenen Jahren. Am vorteilhaftesten ging der Ingwer weg. Seit 4 Jahren wirtschaften die Bauern bereits ohne die herkömmlichen Pestizide, das Ökosiegel werden sie voraussichtlich in 2 Jahren erhalten. In dieser Übergangsphase müssen sie ihre Produkte noch zu Preisen für konventionelle Ware anbieten, eine harte Zeit vor allem für die vielen kleinen Betriebe, die auf zusätzliche Einnahmen angewiesen sind, die sie bisher im Tourismus erwirtschaften konnten. Dieses Jahr wird das schwieriger, denn Tourist*innen kommen bisher nur vereinzelt ins Biosphärenreservat. Die Unsicherheit wächst, jetzt hoffen die Bauern auf die Hauptsaison von November bis in den Februar hinein. Die meisten von ihnen müssen noch die Schäden verkraften, die die heftigen Stürme im vergangenen Jahr verursacht hatten. Da war die Ernte der Kochbananen, eines ihrer wichtigsten Produkte eingebrochen. Der Sturm kam kurz vor der Reife und entwurzelte die Pflanzen mit ihren zentnerschweren Fruchtständen. Nur die Jungpflanzen blieben stehen und die haben dieses Jahr vorzüglich getragen. Immer wieder betonen die Bauern, wie zufrieden sie mit der Diversifizierung ihres Anbaus sind. Früher spezialisierten sie sich je nach der Lage ihrer Felder im Wesentlichen auf 3 Produkte, die sie anbauten. Mittlerweile haben sie ihre Palette auf 7 bis 10 verschiedene Pflanzungen erweitert. Das mindert nicht nur den Schädlingsbefall, sondern trägt auch dazu bei, komplette Ernteverluste zu vermeiden.