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Aktuelles

Frauenprojekt in Ouagadougou/Burkina Faso, Stadtviertel Zongo, Besuch im März 2020

Im März 2020 konnte anlässlich einer Projektreise des mittlerweile gegründete und eingetragene Verein der Frauen in Zongo/Ouagadougou besucht werden um Einzelheiten bezüglich einer geplanten Seifeproduktion zu besprechen und eine Anschubfinanzierung mit Spendenmitteln aus Deutschland zu leisten (450 €).

Begonnen hatte das Projekt 2019 auf Initiative einer geflüchteten Frau aus Burkina Faso mit derzeitigem Wohnsitz in Roßdorf/Deutschland, welche in Burkina Faso im spontanen Wohnviertel Zongo am Rande der Hauptstadt Ouagadougou über ihre dort lebenden Schwestern einen Selbsthilfeverein angeregt hatte: «  Association Aye Nan Yan An Yandji Chtê », abgekürzt AS-ANYAYC.  Aye Nan Yan An Yandji Chtê ist ein Ausdruck in Djoula und bedeutet in etwa „Kommt um unsere Tränen zu trocknen“.

Bei dem Wohnviertel Zongo handelt es sich um eine spontane Ansiedlung von zumeist aus anderen Landesteilen geflüchteten Menschen, und hier wiederum vor allem von Frauen aus Verhältnissen der Zwangsverheiratung, permanente Gewalt in der Familie, Erniedrigungen aller Art, patriarchalen Verhältnissen, vorwiegend auf dem Lande, ohne jegliche Schulbildung oder berufliche Bildung. Aber auch auf dem Hintergrund des anhaltenden islamistischen Terrors  auf dem Lande. Das Viertel selbst besteht aus prekären Behausungen in Lehmbauweise ohne jegliche Versorgung Wasser, Abwasser, elektr. Strom. Eine ärztliche Versorgung ist auch nicht gegeben. Es fehlen jegliche Einkommensmöglichkeiten, außer auf einem kleinen, lokalen Markt, der sich eher in einem erbärmlichen Zustand befindet und zum Zeitpunkt des Besuches teilweise abgerissen wurde zu Gunsten eines Busbahnhofs. Das Wohnviertel befindet sich am Rande der Hauptstadt Ouagadougou, einer Stadt, welche sich in den letzten Jahrzehnten von ca. 300.000 Einwohnern Anfang der achtziger Jahre auf heute weit über 4 bis 5 Mio Einwohner entwickelt hat mit all den strukturellen Problemen einer stark wachsenden Großstadt im trockenen Sahel Westafrikas. Wie viele Einwohner Zongo aufweist ist nicht bekannt. Auf Nachfrage sagen die Frauen „sehr, sehr viele, auch viele „Deplazierte“ – also Binnenflüchtlinge – und jeden Tag kommen viele neue dazu“.

Hier wurde nun dieser Selbsthilfeverein von den betroffenen Frauen gegründet – mittlerweile eingetragen und im örtlichen Amtsblatt publiziert -, welcher gegenwärtig bereits 626 Mitglieder umfasst, fast durchweg Frauen aus dem Viertel. Als erste Maßnahme wurde auf Anregung von Frau Aoua Cisse aus Roßdorf zur Verbesserung der Einkommensverhältnisse schon im Frühsommer 2019 ein geeignetes Transportfahrzeug in Deutschland aus Spendenmitteln beschafft um vor Ort als sog. „Buschtaxi“ eingesetzt werden zu können zum Transport aller Art, vor allem von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und Personentransporte. Das Fahrzeug leistet mittlerweile erfolgreich seine Dienste.

Als nächstes Projekt hat dieser Verein sich nunmehr vorgenommen, eine Seifenproduktion zu installieren um damit einerseits Einkommensmöglichkeiten für die beteiligten Frauen zu schaffen und andererseits das Viertel und darüber hinaus mit diesem Basisartikel der Hygiene zu versorgen. Diese Seife wird hierbei aus der stark fetthaltigen Kariténuss des Karitébaums hergestellt. Die Nusskerne werden nach einem arbeitsintensiven und aufwendigen Verfahren gewaschen, aufgeschlossen, zerkleinert, erhitzt, zermahlen und unter Zugabe von weiteren Substanzen wie Kokosöl, Farb- und Duftstoffe, Silicat, Carbonat/Soda zu einer pastösen Masse verarbeitet, welche nach erneutem Erhitzen in Formen gegossen wird. Nach Aushärtung erfolgt der Zuschnitt der 250g-Seifestücke. Am Ende entsteht ein Bioprodukt, welches auch kosmetische Eigenschaften besitzt.

Für das Projekt werden Produktionsmittel benötigt, wie eine Presse, Zuschnitt-Tisch, eine Mühle, eine Knetmaschine, sowie die Basismaterialien für das Produkt, insgesamt mit einem Kostenumfang von ca. 1.500 € bis 2.000 €.

Längerfristig soll die Produktion – nach der Sammlung erster Erfahrungen – konsolidiert und ausgeweitet werden. Auch wird ein begleitendes Bildungsprogramm zur Alphabetisierung und Basics zur Vermarktung notwendig sein. Und wenn sich das Projekt gut entwickelt, ist auch an die Errichtung eines einfachen Gebäudes in Form eines Hangars gedacht um die Produktion dort im geschützten Raum unter zu bringen. Ein Grundstück würde von der Bürgermeisterei zur Verfügung gestellt werden, sagt die Verantwortliche für die Finanzen Frau Ramatou Sawadogo. Der Verein hat sich auf den langen Weg der Verbesserung der Lebenssituation der Frauen gemacht. Der Weg aus der Misere wird nicht leicht sein. Er bedarf der Unterstützung.

Zur Unterstützung dieses Projektes bitten wir um Spenden (Stichwort „Frauenprojekt in Burkina Faso“).s

 

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