Der Werkhof Darmstadt e.V. fördert seit 1998 die berufliche Bildung in Burkina Faso, zunächst in der Hauptstadt Ouagadougou und seit 2007 im Zentrum von Bobo Dioulasso.

Burkina Faso

Einrichtung einer Berufsschule in Bobo Dioulasso

Förderung der beruflichen Bildung in Burkina Faso durch den Werkhof seit 1998

In mehreren Förderphasen wurden in Bobo Dioulasso produktionsorientierte Berufsbildungseinheiten an zwei Standorten errichtet. Die Ausbildungsmetiers umfassen die handwerklichen Berufe Automechanik, Elektrotechnik, PC-Instandhaltung, Kältetechnik, Friseurberufe, Schneiderberufe, sowie Büroberufe und Grundbildung, neu: Bautechniker/innen. Die Kapazitäten wurden von 12 Ausbildungsplätzen auf heute insgesamt ca. 400 Plätze ausgebaut. Träger ist der gemeinnützige Verein ATSD (Association Tuma pour la Solidarité et le Developpement) welcher das privat-gemeinnützige Etablissement „Lycée Privé Technique  Industrielle et Commerciale de Bobo Dioulasso – LPTIC-B) betreibt. Nach den erfolgreich abgeschlossenen ersten beiden Förderphasen steht nun die dritte Phase kurz vor dem Abschluss. Gefördert wurden vor allem die Errichtung von Klassenräumen in 2 – 3 geschossigen Gebäuden, sowie der Bau von Werkstätten auf einem von der Kommune Bobo Dioulasso zur Verfügung gestellten ca. 5.000 m² großen Grundstück. Die Einrichtung wurde weitgehend aus Deutschland angeliefert, inklusive einer großen PV-Anlage zur netzunabhängigen Stromversorgung des Berufsbildungskomplexes. Der Bau von Brunnen und kleinem Internat stehen derzeit kurz vor dem Abschluss. Die volle Auslastung kann nach Abschluss aller Bauarbeiten ab nächstem Jahr erreicht werden.

Projektfoto zu Burkina Faso

Insgesamt wurden bisher weit über 1.000 Jugendliche ausgebildet, darunter ca. 35% junge Frauen. Die Ausbildung erfolgt einerseits nach dem staatlich vorgegebenen Berufsbildungssystem des Ministeriums für Erziehung, welches sich bis heute an das französische Schulsystem anlehnt (und dabei ist, dieses auf die landestypischen Gegebenheiten anzupassen). Es können hiernach das CAP (Certificat d’Aptitude (CAP – in etwa vergleichbar mit dem Facharbeiterbrief) nach 3-jähriger Ausbildung erworben werden (Eingangsstufe nach der 6. Klasse Grundschule), im weiteren eine Technikerqualifikation (Brevet Technique Professionnelle), sowie abschließend das Baccalauréat Technique (Technisches Abitur). Auch für die Jugendlichen mit geringeren schulischen Voraussetzungen bietet der Abschluss „CQP – Certificat de Qualification Professionnelle“ aus dem Arbeitsministerium (Schneiderberufe, Friseur/innen – vor allem auch für Mädchen) gute berufliche Chancen. Die Jugendlichen finden mit diesen Ausbildungsbschlüssen leichter den Zugang in der Arbeitsmarkt oder in eine Weiterbildung, oder können sich selbständig machen.

Die ausbildungsplatzsuchenden Jugendlichen kommen hauptsächlich aus Bobo Dioulasso – einer Großstadt, welche in den letzten Jahren durch Landflucht und kriegerisch-terroristische Konflikte in den Nachbarländern Côte d’Ivoire und Mali  und auch im Norden des Landes (1.000 Schulen haben im Norden geschlossen, da Lehrer/innen ermordet werden) von 500.000 Einwohner auf 800.000 (2017, heute vielleicht 1 Mio) Einwohner angewachsen ist. Die Arbeitslosigkeit beträgt fast 80%, die Jugendarbeitslosigkeit ist noch höher, begleitet von massiven Problemen der Versorgung mit den Grundbedürfnissen Wohnung, Trinkwasser, Ernährung, Bildung. Der Migrationsdruck erfolgt nicht nur vom Land in die Stadt, sondern auch in Richtung Europa, da selbst die rudimentärsten Lebensgrundlagen einfach nicht mehr da sind.

Finanziell trägt sich das Zentrum durch eine Vielzahl an von Finanzquellen: Angefangen vom in Burkina Faso obligatorischen Schulgeld, über Produktion in den eigenen Werkstätten, Vermietung von Räumen für Abendschulen, ein noch einzurichtendes Internetcafé, eigener landwirtschaftlicher Anbau auf dem Schulgelände, bis zu mittlerweile vom Staat getragenen Beiträgen für einige Personalstellen. Da die Jugendlichen hauptsächlich aus armen bis sehr armen Familien kommen, sind die Einnahmen aus den Schulgeldern nicht immer gesichert. Hier wäre längerfristig eine Übernahme durch z.B. Schulpartnerschaften aus Deutschland wünschenswert. Für weiter entfernt wohnende Schüler/innen wurden Fahrräder aus Deutschland zur Verfügung gestellt.

Die Förderung aus Deutschland erfolgte hautsächlich durch das BMZ (Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung), sowie durch Stiftungen und Fördervereine, wie z.B. die Stiftung „Samenkorn“ und „Aktion Selbstbesteuerung“ (asb), und durch eine Vielzahl von privaten Spendern. Der Projektpartner in Bobo Dioulasso (Schulleiter Monsieur Sibiri Sanou) wird regelmäßig durch Vertreter/innen des Werkhofs besucht um den Fortgang des Projektes und ggf. aufgetretene Probleme abzustimmen und die sich dynamisch entwickelnde Situation in Burkina Faso zur Kenntnis zu nehmen.

Für die weitere Entwicklung der beruflichen Bildung von armen Jugendlichen in Bobo Dioulasso sind deshalb dringend weitere Spendenmittel notwendig. Bitte spenden Sie auf das Projektkonto (IBAN DE90 5089 0000 0000 851116 – Stichwort „Burkina Faso“).

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Ansprechpartnerinnen im Werkhof Darmstadt e.V.:
Wolfgang Jakob

Tel. 06151 50048-16
wolfgang-jakob@werkhof-darmstadt.de

 

Aktuelles aus Auslandsprojekten

Das seit Anfang 2016 begonnene Projekt erreicht mit seinen vielfältigen Aktivitäten des Vereins TAHADI und seiner außerordentlich engagierten Mitarbeiter/innen eine große Zahl an Jugendlichen und Frauen im strukturschwachen und armen Stadtteil  Derb Ghalef in Casablanca/Marokko.

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